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Kriegsgefangenenlager in Russland
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Post new topic   Reply to topic    Kriegsgefangen Research Forum Forum Index -> Camps | Lager
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frank



Joined: 10 Aug 2006
Posts: 3

PostPosted: Thu Aug 10, 2006 8:23 pm    Post subject: Kriegsgefangenenlager in Russland Reply with quote

Zuerst mal ein dickes Lob für diese Webseite.

Nun meine Frage.Mein Vater war in russischer Gefangenschaft.Er hat nicht viel darüber erzählt.Ich weiss aber,das er anfangs in einem Sammellager in Neubrandenburg,Ihlenfelder Strasse war und er von dort aus nach Russland kam.

Nun habe ich seine Karten,die er damals schrieb,geerbt.Nur mit den Lagernummern kann ich nichts anfangen.Habe sie auch im Forum nicht entdecken können.

Mich interessiert wo diese Lager waren und was dort gemacht wurde.

Hier die Nummern:7166,7120/5,7120/9,7120/A,7211/II,7475/I

Vielleicht kann mir auch jemand etwas über das Sammellager in Neubrandenburg sagen.
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stefan_reuter



Joined: 27 Nov 2003
Posts: 778
Location: Saarland, Germany

PostPosted: Thu Aug 10, 2006 9:48 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo frank,



zunächst mal herzlich willkommen hier im Forum - bei Deinem Lob für diese Seite komme ich jetzt natürlich nicht umhin, Dir Deine Fragen soweit möglich noch zu beantworten, obwohl ich eigentlich gerade auf dem Weg in die Falle war Very Happy



Also zunächst mal zu den Lagernummern und ihren Standorten:



7166 = Pitkjaranda

7120/5,7120/9,7120/A = Petrosawodsk

7211/II = Archangelsk

7475/I = unbekannt, könnte es auch 7447 (Pudosh) sein?



Über Sammellager in Neubrandenburg kann ich im Moment nichts sagen, da muß ich erst ein bißchen rumblättern. Dazu eine Frage: wann kam denn Dein Vater in Gefangenschaft?



Die Standorte der sowjetischen Lager kannst Du der unten eingefügten Karte entnehmen.



In der DRK-Dokumentation "Zur Geschichte der Kriegsgefangenen im Osten, Teil II" werden diese sogenannten "Nordlager" auf den Seiten 111ff abgehandelt:



"Zu beschreiben sind die sieben Uprawlenijen* mit zeitweise 40 bis 60 Kriegsgefangenenlagern, zwei Kriegsgefangenenhospitälern und einem Arbeitsbataillon, die in Karelien (Karelo-Finnische SSR), auf der Kola-Halbinsel (Murmanskaja Oblast**) und im Raum von Archangelsk (Archangelskaja Oblast) stationiert waren. Die ersten Kriegsgefangenen kamen 1944 von der Nordfront, vorwiegend aus dem Kampfraum Leningrad, in diese Lager. Später folgten starke Kontingente an gefangenen Kurlandkämpfern, Kriegsgefangene und zum Teil Zivilisten aus Ostpreußen, endlich Kapitulationsgefangene, mit denen zahlreiche Lager wieder aufgefüllt bzw. neu gegründet wurden.

Die Uprawlenijen gruppierten sich in und um folgende Standorte:



Petrosawodsk 7120,5879

Pitkjaranda 71661

Ssegesha 7212

Kern 1755

Pudosh 744

Archangelsk 7211

Murmansk 7363,6490

Montschegorsk 7448



Der Holz- und Wasserreichtum Kareliens sowie die Kriegszerstörungen in den Häfen und Städten dürften die Gewahrsamsmacht veranlaßt haben, in diesem Gebiet zeitweise 60.000 bis 70.000 Kriegsgefangene als Arbeitskräfte einzusetzen. Waldarbeiten, Arbeiten in Sägewerken, Zellulosefabriken, Papierfabriken, Flößereien, beim Straßenbau und in Steinbrüchen (im Zusammenhang mit der Holzabfuhr), beim Schleusenbau und in Elektrizitätswerken, auf Schiffswerften und beim Wiederaufbau von Kaianlagen (Murmansk, Archangelsk), daneben in Ziegeleien, Kalkwerken und schließlich beim Häuserbau standen im Vordergrund.

Die stark nördliche Lage der Kriegsgefangenenlager auf der Kola-Halbinsel, jenseits des Polarkreises, wo im Sommer die Sonne tagelang nicht untergeht, bedingte die ungewohnten klimatischen Verhältnisse, denen die Gefangenen dort ausgesetzt waren; der Sommer in Karelien ist durch heiße ,Hundstage', der Winter durch grimmige Kälte (Temperaturen bis minus 50 Grad Celsius) gekennzeichnet. Der Tag dauert dort oft nur acht bis neun Stunden. Hinzu kommen landschaftlich die zahlreichen Seen, zwischen denen sich endlose sumpfige Urwälder hinstrecken (Mückenplage). Der Anblick der Tundra um Archangelsk ist trostlos und bedrückend.

Die Gesamtzahl der in den Nordlagern verstorbenen Kriegsgefangenen wird auf 10.000 bis 15.000 Mann geschätzt."




An Heimkehreraussagen und Hinweisen werden zitiert:



"Über andere Lager kam ich mit einem Transport von 1.500 Kriegsgefangenen nach Montschegorsk, Gebiet Murmansk. Soviel mir bekannt ist, verstarb auf dem Transport niemand. Im Kriegsgefangenenlager Montschegorsk waren 2.500 Kriegsgefangene. Ich verblieb dort von Juli 1945 bis Januar 1949. In dieser Zeit sind in unserem Lager etwa 190 Kriegsgefangene verstorben. Davon starben 90 Mann in den Monaten November 1945 bis März 1946, der Rest in den übrigen Jahren."



Für die Uprawlenije 7363 Murmansk werden übereinstimmend 180 bis 200 verstorbene Kriegsgefangene genannt (Hinweis).



"Mein erstes Lager war in Ssegesha bei Petrosawodsk. Ich kam im Dezember 1944 mit etwa 400 Kameraden aus der Gegend von Petsamo hin. Auf dem Transport, der teils zu Fuß, teils per Lastauto erfolgte, brach eine Ruhrepidemie aus, die aber dank der noch vorhandenen Reserven und der geringen Virulenz des Erregerstammes nur einen Todesfall im Gefolge hatte. Es wurde in einem primitiven Barackenlager Zwischenstation gemacht. In Ssegesha waren damals meiner Schätzung nach etwa 2000 Kriegsgefangene untergebracht, darunter sehr viele Esten. Im Verlaufe der Wintermonate brach eine neue Ruhrepidemie aus. Die Morbiditätsziffer war so hoch, dass eine wirksame Isolierung zunächst unmöglich war. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich in sämtlichen Lageraborten blutig-schleimige Stühle vorfand. Erst ganz allmählich wurden Baracken für Darmkranke aufgemacht. Die therapeutischen Möglichkeiten blieben weiter null, auch was Kreislaufbehandlung anbetraf. Es setzte nun ein Massensterben ein. Die Sterblichkeitsziffer zahlenmäßig anzugeben, ist äußerst schwierig, ich möchte sie im Winter 1944/45 in Ssegesha auf 40 Prozent veranschlagen."



"Sterblichkeit im Winter 1944/45 im Mannschaftslager Ssegesha (Karelien): 40 Prozent (geschätzt). Im Sommer 1946: geringe Sterblichkeit."



"In Westkarelien, an der Murmanskbahn zwischen Petrosawodsk am Onegasee und Kern am Westufer des WeißenMeeres, liegt das Kriegsgefangenenlager 7212. Das Hauptlager Ssegesha liegt zwischen weiten Seen in dem großen, sumpfigen Urwald Kareliens.

Am Tage der Kapitulation Deutschlands verließ unser Transport mit rund 2.000 Kriegsgefangenen Deutsch-Eylau und brachte uns nach sechs Tagen Fahrt in die Hauptstadt Petrosawodsk. Der harte Umschwung vom deutschen Frühling in das kalte nordische Klima machte uns einiges zu schaffen. Nach weiteren drei Wochen mit etwa 1.200 Mann in das damalige Nebenlager Nr. 212/2 verfrachtet, mußten wir uns zuerst daranmachen, das verdreckte und verkommene Lager wieder instand zu setzen. Es galt, neue Fußböden, Pritschen, Öfen, Fenster, Türen usw. zu machen, um somit unsere künftige Heimat, die angeblich für einige Jahre uns bestimmt ist, wohnlich zu gestalten. Nach wenigen Tagen wurden wir auch schon in den Arbeitseinsatz gesteckt, und zwar ein Arbeitsbataillon zum Sägewerk, ein Arbeitsbataillon zum Ziegeleineubau, ein Arbeitsbataillon zum Zementfabrikneubau und endlich ein Arbeitsbataillon zur Ziegelei selbst, um Ziegel zu fabrizieren. Die Neubauten wurden also von Laien aufgebaut, von denen keiner eine Ahnung vom Mauern hatte. Im Sägewerk wurden Bretter und Bauholz geschnitten, und laufend rollten mit Holz beladene Eisenbahnwagen nach Süden oder Norden ab. Dasselbe geschah in der Ziegelei. In drei Schichten wurde gearbeitet, und zwar jedesmal acht Stunden. Tausende von Ziegeln wurden täglich aus dem Ringofen gefahren und verließen ebenfalls mit der Bahn die Fabrik. Bei Einbruch des Winters jedoch – und dies geschieht meist schon im September/Oktober – wurden alle Kommandos verringert und ein starkes Waldkommando aufgestellt. Mit Sägen, Äxten und Keilen bewaffnet, zogen die Kriegsgefangenen täglich durch metertiefen Schnee und grimmigste Kälte (bis zu 50 Grad) in den Wald, um dort Bauholz bzw. Brennholz zu schlagen. Nach sieben Kilometer langem Marsch, der um 7 Uhr begann, kamen wir todmüde im Wald an, und dann lagen noch acht Stunden Arbeitszeit vor uns und zum Abschluß noch der Rückmarsch ins Lager. Dazu war für jeden Mann eine Norm gesetzt, die erfüllt werden mußte. 5,4 Meter Holz schlagen ist die Bedingung für einen Mann, welche zu erfüllen eine Unmöglichkeit ist. In der Frühe beim Ausrücken aus dem Lager war es an der Tagesordnung, daß vier bis fünf Mann vor Schwäche umfielen und ins Lazarett gebracht werden mußten. Was die ärztliche Betreuung anbelangt, könnte man diese gut heißen, wenn genügend Medikamente vorhanden gewesen wären. Im ersten Jahr nach Kriegsende waren die Sterbefälle groß, während später die Zahl der Toten sank. Im ersten Jahr wurden im Hauptlager Ssegesha, das seinerzeit etwa 10.000 Mann beherbergte, täglich 60 bis 80 Mann begraben. Die Ruhr hat seinerzeit vielen das Leben gekostet."



"Im Einsatz in Karelien, Hauptlager Petrosawodsk, Onegasee. Wir fanden ein Hauptlager vor mit einer Sanitätsbaracke bei ca. 500 Gefangenen. In der Sanitätsbaracke lagen Flecktyphus, Ruhr und kachektische Patienten durcheinander. Wir veranlaßten sofort Isolierung auf einzelne Zimmer, jedoch erfolgte erst eine Besserung der hygienischen Verhältnisse im Mai/Juni/Juli 1945. Bei Eintreffen der Gefangenentransporte nach der Kapitulation war das Lager mit 3.000 bis 4.000 Mann belegt. Die durch die Transporte angefallene Erkrankung war Diphtherie. Sonst war der Allgemeinzustand der Gefangenen bei Eintreffen im Lager gut. Nach kurzer Zeit – vier bis sechs Monaten – starke Dystrophien infolge Mangelernährung, Flecktyphus und Ruhr sowie Diphtherie. Es war kein Diphtherieserum zu beschaffen. Viele Todesfälle zu dieser Zeit, auf der Infektionsabteilung 1945/46 täglich acht bis zehn. Die russische Lagerleitung bemühte sich, Isolierung der Kranken auf unsere Veranlassung durchzuführen. Bei Beginn traf ich an Verbandsmaterial nur aus alten Hemden zurechtgeschnittenes Material und an Instrumentarium eine Schere und eine verrostete Pinzette an. Bis Mai 1945 war so viel angeschafft, daß Operationen der kleinen und mittleren Chirurgie durchgeführt werden konnten. In der zweiten Hälfte des Jahres 1945 wurde ein größeres Instrumentarium angeschafft, so daß sämtliche Operationen vorgenommen werden konnten. Endgültige Besserung der sanitären Verhältnisse jedoch erst April bis Mai 1946. Es wurde ein Spezialhospital für Kriegsgefangene nach Petrosawodsk verlegt. Wenn bis Ende 1946 den Russen die Sterblichkeit der deutschen Kriegsgefangenen gleichgültig war, so setzte ab 1947, anscheinend auf Druck von Moskau, eine Furcht vor den Todesfällen ein, denn soweit wir orientiert sind, mußte jeder Todesfall mit genauestem Verlauf nach Moskau gemeldet werden. Die russischen Ärzte sorgten auch für Sulfonamide und Antibiotica, die vorwiegend aus amerikanischen Beständen kamen. Die Sterblichkeit 1947/48 war einmal durch die Verbesserung der Verpflegung, 2. durch bessere Unterbringung, 3. durch hygienische Maßnahmen, 4. durch die bereits vorgenommenen Entlausungen herabgesetzt. Todesursachen zu dieser Zeit waren Pneumonien, Vitaminerkrankungen und schwere Unfälle an den Arbeitsstellen."



"Im Lager 7120/4 Petrosawodsk sind in der Zeit vom 25. September 1945 bis 30. Oktober 1945 von der Belegschaft 217 Mann gestorben, die ich dort selbst beerdigt habe."



"Im Lager 166/3 (später 7166/3) Läskelä sind im ersten Jahr 46 Mann gestorben und dort begraben worden."



"In dem Lager Archangelsk, in das ich erst Dezember 1945 kam, war die größte Sterblichkeit im Winter 1944/45, wo etwa 800 bei einer Belegung von 4.000 gestorben sind, vornehmlich an Typhus und Fleckfieber."



"Das Lager 7211/2 wurde im Oktober 1944 belegt. Es sind im Winter 1944/45 ca. 300 Kriegsgefangene (Deutsche und Ungarn) verstorben. In der nachfolgenden Zeit, bis zur Auflösung des Lagers im Herbst 1948, noch rund 100.

Das Lager lag am nördlichen Polarkreis bei Archangelsk. Die Gefangenen kamen in geschlossenem Transport aus Rumänien, sie waren bereits durch den Transport von rund vier Wochen stark mitgenommen und heruntergekommen. Unterkunft, Verpflegung und Bekleidung waren für diese nördliche Region zunächst völlig unzureichend und mangelhaft. Der Transport brachte Typhus abdominalis mit, so daß in wenigen Wochen das gesamte Lager durchseucht wurde. Durch den Typhus mit bedingt, traten daher im ersten Winter 1944/45 die meisten Todesfälle auf. Nach der Typhusepidemie bestand durch arbeitsmäßige Überbelastung, hohe Normen und unzureichenden Arbeitsschutz eine weiter bestehende dauernde Anfälligkeit und Sterblichkeit, doch längst nicht mehr in dem Ausmaß wie im ersten Winter. Isolierungsmöglichkeiten bestanden zunächst nicht, doch konnten im Laufe des Jahres 1945 einigermaßen ordentliche sanitäre Verhältnisse geschaffen werden. Nach Überwindung der Anfangsschwierigkeiten und besonders nach Kriegsende waren die ärztlichen Fürsorgemöglichkeiten ordentlich."



Für die Uprawlenije 7120 Petrosawodsk werden ca. 3.000 Tote genannt; für die Uprawlenije 7211 Archangelsk insgesamt 1.500 bis 2.000 Tote; für die Uprawlenije 7212 Ssegesha 5000 Tote und für die Uprawlenije 7447 Pudosh 3000 Tote. In der letztgenannten Uprawlenije sollen nach anderen Aussagen 1945/46 50 Prozent bei einer Gesamtbelegungsstärke von 6.000 Mann verstorben sein (Hinweis).




Das sollte für's erste genügen Very Happy



Gruß, Stefan



*Uprawlenije = Lagerverwaltung

**Oblast = Gebiet
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frank



Joined: 10 Aug 2006
Posts: 3

PostPosted: Fri Aug 11, 2006 4:07 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo Stefan

Vielen,vielen Dank für die ausführlichen Infos.Hoffe du hast heute nicht verschlafen.

Wann mein Vater in Gefangenschaft kam kann ich nicht sagen.Er erzählte mir nur wie es passiert ist.Aber ich nehme an das es im April,Mai 1945 war.

Das Sammellager wurde Mai/Juni 1945 als Internierungslager des NKWD errichtet.Warscheinlich auf dem Gelände des ehem.Außenlager des KZ Ravensbrück.Vielleicht weißt du mehr darüber.

Zu dem Lager 7475/I habe ich nur eine Karte mit dem Datum 5.11.1949.Das müßte kurz vor seiner Entlassung sein.Habe die Lagernummer im Forum gefunden aber ohne Ortsangabe.Mein Vater erzählte mal was über Minsk oder Kiew.Kann das sein?
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stefan_reuter



Joined: 27 Nov 2003
Posts: 778
Location: Saarland, Germany

PostPosted: Sat Aug 12, 2006 5:06 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo frank,



danke der Nachfrage, aber ich habe trotz des späten Einsatzes am Freitag nicht verschlafen Very Happy



Was das Lager 7475/I angeht, bin ich noch immer ratlos: im Index der o. g. DRK-Dokumentation taucht es nämlich nicht auf! Das muß zwar nichts heißen, aber es könnte ja auch sein, daß die Angabe der Lagernummer einen Schreibfehler enthält.



Da Du als möglichen Standort Kiew erwähnt hast, hab' ich mir die Karte mit den Lagern in der Ukraine mal angesehen. Ein ganzes Stück südöstlich von Kiew liegt Charkow, und dort gab es ein Lager mit der Bezeichnung 7415. Je nach Handschrift kann eine "7" auch mal wie eine "1" aussehen. Das ist jedoch alles nur eine Vermutung. Kannst Du die Karte mit der Angabe der Lagernummer bitte hier als Scan einstellen? Das würde die Fischerei im Trüben etwas erleichtern ...



Dann zum Sammellager in Neubrandenburg. Da habe ich leider keine weiteren Infos auftreiben können. Wenn's aber auf dem Gelände eines Außenlagers des KZ Ravensbrück eingerichtet war, kann Dir sicher die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten weiterhelfen:



http://www.ravensbrueck.de/



Im Teil I der DRK-Dokumentation wird es als Sammellager mit bis zu 10.000 Gefangenen erwähnt (s. Karte unten). Der Vollständigkeit halber habe ich noch eine weitere Karte eingestellt, in der die Transporte aus dem Kampfraum Berlin-Mark Brandenburg in Lager im Inneren der Sowjetunion eingezeichnet sind.



Der Erläuterungstext zu den letzten Kämpfen in diesem Raum sowie Aussagen zu Gefangennahme und Weitertransport umfassen acht Seiten. Wenn Du daran interessiert bist, schick' mir einfach eine PM mit Deiner eMail-Adresse und dann sende ich Dir die Seiten im Format PDF angehängt an eine eMail.



Gruß, Stefan
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Joined: 21 Aug 2003
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PostPosted: Sat Aug 12, 2006 6:29 pm    Post subject: Reply with quote

Das Lager 7475 befand sich in Rostov-na-Donu im Nordkaukasus. Die Lagerverwaltung 7475 wurde erst 1949 gegründet.
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frank



Joined: 10 Aug 2006
Posts: 3

PostPosted: Sun Aug 13, 2006 11:07 am    Post subject: Reply with quote

Danke euch beiden,

Nun hat sich ja das Rätsel um das Lager 7475 gelöst.Das es in Rostov am Don war überrascht mich schon.Naja,lang lang ist`s her als mein Vater was erzählte.Fragen wollte ich ihn auch nicht.

Aber was war das für ein Lager?Warum wurde es erst 1949 eröffnet?

Gibt es von den vier Lagern irgentwelche Berichte,Lagekarten,Pläne oder Bilder?Wo bekomme ich sie her?

Ich hoffe ich gehe euch mit den vielen Fragen nicht auf die Nerven.Aber ich versuche schon seit Jahren etwas herauszubekommen.Internet habe ich erst kurze Zeit.

Achso,bevor ich es vergesse.Ich habe alles meiner Mutter berichtet und gezeigt.Sie ist total begeistert.Auch sie weiß nicht viel über die

Gefangenschaft.

Mein Vater war erst 17 damals und die Zeit war bestimmt nicht einfach.



Gruß Frank
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stefan_reuter



Joined: 27 Nov 2003
Posts: 778
Location: Saarland, Germany

PostPosted: Sun Aug 13, 2006 2:14 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo Frank,



hinsichtlich Berichten, Plänen, Fotos usw. zu den Lagern solltest Du Dich an den DRK-Suchdienst in München wenden:



https://www.drk-suchdienst.eu/content/categoryshow.php?CatID=1&lang=de



Dort verfügt man auf jeden Fall über sogenannte "Lagerspiegel", d. h. Datenblättern mit Informationen zu den Lagern, die vor allem Heimkehreraussagen entnommen wurden.



Ansonsten bliebe noch eine Anfrage beim Bundesarchiv/Militärarchiv in Freiburg i. Br.:



http://www.bundesarchiv.de/aufgaben_organisation/dienstorte/freiburg/index.html



Dort lagern z. B. auch die Unterlagen der sogenannten "Maschke-Kommission", die in den 1960ern/1970ern Unmengen an Heimkehreraussagen und Dokumenten ausgewertet hat zur Erstellung der rund 20-bändigen Dokumentation "Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges".



Gruß, Stefan
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Joined: 21 Aug 2003
Posts: 511

PostPosted: Sun Aug 13, 2006 8:11 pm    Post subject: Reply with quote

frank wrote:
Warum wurde es erst 1949 eröffnet?


In Rostov gab es zudem noch die Lagerverwaltung (kurz LV) 251. Zwei Lager der LV 182 in Sachty kamen zur LV 251 und 1949 zur LV 475, zwei weitere zur LV 430 Novocerkassk. Zwei Lager der LV 251 wurden der LV 356 Taganrog unterstellt. Ich weiss nicht ob die LV 251 und 475 gleichzeitg bestanden oder ob es im Verlauf dieser Umstrukturierungen 1949 zu einer Umnumerierung kam. Vielleicht aber sollte dort ein größeres Projekt unter Mithilfe von Kriegsgefangenen fertig gestellt werden und deswegen waren 2 LV's vön nöten? Ich kann es nicht sagen. Die Tatsache, dass sich auch ein Kriegsgefangenen-Arbeitsbataillon der Roten Armee in Rostov befand, lasst auf ein grösseres Arbeitsprojekt schliessen. Das Bataillon 251/390 war früher mit der Nummer 445/390 im Westen in Georgenburg eingesetzt.



Vielleicht ist folgendes für jemanden in dem Kontext von Interesse: Unter http://www.nachrichten.at/drucken/267807?PHPSESSID=5e178024a606ec41efc87285b55048eb findet sich folgender Artikel:



Wartberger machte sich auf die Suche nach dem Grab des Vaters

Herbert Zachl (61) aus Wartberg hatte seinen Vater Alois nie wirklich kennen gelernt. Als Alois Zachl im Jahr 1944 zur Deutschen Wehrnacht einrücken musste, war der kleine Herbert erst zwei Jahre alt.



"Die einzige Erinnerung, die ich an meinen Vater hatte, war ein vergilbtes Porträtfoto aus Russland, auf dem er abgebildet war", erzählt Zachl. Das Bildkärtchen war den Zachls - Mutter Maria und den Geschwistern Maria, Anna, Inge, Alois und Herbert -im Jahr 1947 von einem ehemaligen Soldaten mit einer schlechten Nachricht überbracht worden: Alois Zachl sei zwei Jahre zuvor in russischer Kriegsgefangenschaft gestorben. Zachl habe ihm am Totenbett im Lazarett das Bildchen gegeben, damit er es nach Wartberg bringe, erzählte der fremde Soldat.



Zeitsprung ins Jahr 1993: Die Archive der ehemaligen Sowjetunion waren für die Forschung freigegeben worden. Auf der Suche nach dem Grab seines Vaters wandte sich Herbert Zachl an Zeithistoriker Stefan Karner, der ihm Dokumente über seinen Vater aushob. So viel wurde damals bekannt: Alois Zachl war in einem Lager in der südrussischen Stadt Taganrog in der Nähe von Rostov am Don gestorben, die genaue Lage des Friedhofs sei aber nicht bekannt. "Damals habe ich mir vorgenommen, die Stadt Taganrog einmal zu besuchen", sagt Herbert Zachl. Im heurigen April war es soweit, Zachl reiste in die Stadt, in der sein Vater gestorben war. Zachl: "Ich dachte mir, vielleicht habe ich Glück und mache den Friedhof ausfindig."



Er hatte Glück: Die Stadtregierung von Taganrog war enorm kooperativ, Zachl wurde vom Bürgermeister der 300.000-Einwohner-Stadt empfangen. Mit Stadträtin Tatjana Shcherbakova sei er dann zu dem Ort gefahren, wo in den 40er-Jahren die Kriegsgefangenen begraben wurden. "Es war ein Schock", sagt Zachl. Denn heute ist dort ein Park. Dass unter der Parkoberfläche bis zu 1200 Kriegsgefangene begraben sind, daran erinnert nichts. "Stalin hat den Friedhof Ende der 40er angeblich planieren lassen, eine Erinnerung an die eheamligen Feinde war unerwünscht." Zachl will sich nun gemeinsam mit dem Schwarzen Kreuz dafür einsetzen, dass in Taganrog eine Gedenktafel an die Toten erinnert.
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Bolten_Grunwald



Joined: 09 Oct 2007
Posts: 3

PostPosted: Tue Oct 09, 2007 4:44 am    Post subject: Kriegsgefangenenlager im Raum Pudosh Reply with quote

Hallo!! Very Happy

nachdem mir nun die Information vorliegt, dass der Bruder meiner Oma im Kriegsgefangenenlager im Raum Pudosh verstorben ist, habe ich mal nach Pudosh gegoogelt und nun bin ich hier. Smile

Wollte mal fragen, ob mir noch jemand etwas zu dem Kriegsgefangenenlager sagen kann.

Nach Angaben der Kriegsgraeberfuersorge ist der Obergefreite F. Grunwald, geboren am 13.12.1905 in Heilsberg am 31.01.1946 im Kriegsgefangenenlager Raum Pudosh verstorben. (Damit ist dann auch sicher das Lager Pudosh gemeint?). Er gehoerte dem Truppenteil Heer and und seine Erkennungsmarke ist -60-2./Nachsch.Bt.507

Wuerde mich freuen, wenn jemand hierzu noch naehere Informationen hat.

Herzliche Gruesse aus San Diego

-Anja
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stefan_reuter



Joined: 27 Nov 2003
Posts: 778
Location: Saarland, Germany

PostPosted: Tue Oct 09, 2007 7:43 am    Post subject: Reply with quote

Hallo Anja,

zunächst mal herzlich willkommen hier im Forum Very Happy

Zum Lager 7447 Pudosh kann ich im Moment leider auch keine weiteren Infos als die, die ich oben bereits eingestellt habe, beisteuern. Frag' doch mal beim DRK-Suchdienst in München nach einem Lagerspiegel:

https://www.drk-suchdienst.eu/content/categoryshow.php?CatID=1&lang=de

Anhand der Angabe auf der Erkennungsmarke wurde der Bruder Deiner Großmutter wohl zum Nachschub-Bataillon 507 eingezogen. Nähere Infos zu diesem Bataillon findest Du hier:

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/NachschubBat/Gliederung.htm

Aber Vorsicht: Es ist nicht gesagt, daß er mit diesem Verband auch in Gefangenschaft geraten war! Die Erkennungsmarke wurde grundsätzlich von der Einheit ausgestellt, zu der der Soldat eingezogen wurde - und diese Marke behielt der Soldat in der Regel bis zum Ende seiner Dienstzeit, auch wenn er zwischenzeitlich zu anderen Einheiten versetzt worden war! Nur in Ausnahmefällen wurden Erkennungsmarken neu ausgestellt (z. B. bei Verlust); dann natürlich von der Einheit, zu der der Soldat zu diesem Zeitpunkt gehörte.

Woher stammen denn die Dir vorliegenden Angaben zur Marke? Aus dem militärischen Lebenslauf von der WASt?

Wenn ich noch was zum Lager Pudosh finde, stelle ich die Info hier ein.

Grüße nach CA Wink

Stefan
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